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'Der fliegende Edelstein' - Schutzprojekt für den Eisvogel
28.09.2016
Bild: M. Aulbur
Der „fliegende Edelstein“, wie der Eisvogel auch volkstümlich aufgrund seines farbenprächtigen Gefieders genannt wird, steht im Mittelpunkt des neuen Artenschutzprojektes der Biologischen Station. Wir wollen den Lebensraum des kleinen schillernden Vogels verbessern und ihn damit im Bestand fördern.
Aktuelles aus dem Projekt
Allgemeine Informationen

Projekttätigkeiten im Altkreis Wiedenbrück

Dank der Förderung der

Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück

hat die Biologische Station das Schutzprojekt für den Eisvogel ins Leben gerufen. Mit der finanziellen Unterstützung ermöglicht die Stiftung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt in unserer Region.

Das Projekt ist im Frühjahr 2012 gestartet und läuft bis zum Jahr 2016.

Lesen Sie hier die Pressemitteilungen zu dem Schutzprojekt!

Aktionen aus dem Projekt:

September 2016: Neue Brutmöglichkeit am Teich in Langenberg

November 2015: Anlage einer Brutwand im Uferbereich eines Artenschutzgewässers

März 2015: Umgestürzter Wurzelteller zu Brutwand umgebaut

Oktober 2014: Neue Brutmöglichkeit für den Eisvogel in Langenberg

Juni 2014: Steilwände für den Eisvogel in Langenberg und Gütersloh

April 2014: Optimierung des Fortbach-Nebenarmes in Langenberg - mit Bruterfolg!

April 2013: Spatenstich für den Eisvogel - Biostation legt neue Steilwand zum Brüten an der Dalke an

Sept. 2012: Gewässersanierung für den Eisvogel im NSG "Große Wiese"


Projekttätigkeiten in Werther

Lesen Sie hier mehr zu den Aktivitäten in Werther.


Glücksbringer und 'fliegender Edelstein'

Schon seit jeher übt der farbenprächtige Vogel eine Faszination auf den Menschen aus – ob durch sein schillerndes Aussehen oder durch seine ungewöhnliche Lebensweise.

Er gilt als Glücksbringer und wird in Lyrik, Romanen und Sagen oft erwähnt. Auch im Aberglauben kam dem Eisvogel eine besondere Bedeutung zu: So wurden z.B. seine Federn als Talismane gegen Blitzschlag eingesetzt.

Der Eisvogel soll Macht und Reichtum, Frieden und Schönheit versprechen; den Fischern soll der kleine Vogel reichen Fang und den Schiffern eine gute Reise ermöglichen.

Der ‘fliegende Edelstein‘ lebt bei uns an Flüssen, Bächen und an stehenden Gewässern.

 

Er brütet in Erdhöhlen, die er in steile, lehmige Abbruchkanten der Uferböschungen gräbt.

Geeignete Brutplätze findet er insbesondere an unregulierten, unbefestigten Fließgewässern. Alternativ nistet er auch in Wurzeltellern von umgestürzten Bäumen, die sich oft im Umfeld der Gewässer in Bruchwäldern (Pappelforsten und Erlenbrüche) befinden.

Unter günstigen Bedingungen kann ein Eisvogelpaar bis zu drei Bruten im Jahr aufziehen, die sich zeitlich überschneiden können (Schachtelbruten). Das Eisvogel-Paar bebrütet gemeinsam die Eier und füttert die Jungen.



Als Nahrungsspezialist, der fast ausschließlich kleine, lebende Fische fängt, ist er auf entsprechend saubere und fischreiche Gewässer angewiesen.

Die Jagd wird von einem Ansitz aus durchgeführt, d.h. es müssen entsprechende Strukturen, wie überhängende Äste von Uferbäumen oder im Wasser liegende Totholzäste vorhanden sein.

Gefährdung des Eisvogels

Der Eisvogel wird trotz des Rückganges in den letzten Jahren aktuell (Rote Liste NRW 2008) nicht als gefährdete Art eingestuft. In der Bundesartenschutzverordnung wird er als „streng geschützt“ geführt und er steht in   Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie.

Insgesamt weist der Eisvogelbestand starke Schwankungen auf. In strengen Wintern mit länger andauernder Vereisung der Gewässer sterben viele Vögel, die im Winter hier geblieben sind. Der Restbestand kann aber durch eine hohe Fortpflanzungsrate innerhalb weniger Jahre die nicht besetzten Reviere wieder auffüllen – so nicht wieder ein strenger Winter kommt.

Gefährdet ist der Eisvogel vielmehr durch den Verlust geeigneter Lebensräume. Durch den Ausbau und die Verschmutzung der Fließgewässer haben sich die Bedingungen vielerorts verschlechtert und die Zahl der geeigneten Brut- und Nahrungsgebiete abgenommen. Als Fischfresser wurde der Eisvogel zudem früher direkt vom Menschen verfolgt und an Fischteichanlagen getötet oder vergrämt.

Schutz und Förderung des Eisvogels

Mit dem neuen Artenschutzprojekt der Biologischen Station soll der Bestand des Eisvogels gefördert werden. Durch gezielte Schutzmaßnahmen wollen wir den Lebensraum verbessern und neue Brutmöglichkeiten schaffen.

Vorhandene Brutwände sollen durch das Abstechen von Steilwänden (brechen im Winter oftmals ein) erhalten werden und bieten dem Eisvogel damit einen vor Räubern geschützten Brutplatz.

Es sollen außerdem neue Steilwände im Uferbereich angelegt und spezielle Niströhren für den Eisvogel eingelassen werden.  Damit wird das Brutplatzangebot für den kleinen Glücksbringer, dessen Gelege sich zeitlich überschneiden können, erhöht und die Reproduktionsrate verbessert. Weiterhin ist eine regelmäßige, behutsame Kontrolle der Brutstellen auf Beschädigung, gegebenenfalls eine Nachbesserung derselben vorgesehen.

Zur gezielten Umsetzung der Maßnahmen führt die Biologische Station eine Erfassung des Eisvogels und seiner Lebensräume durch.

Aufruf zur Meldung von Eisvogel-Vorkommen

Zur gezielten Umsetzung von Schutzmaßnahmen sammelt die Biologische Station Daten zu Vorkommen des kleinen Glücksbringers.

Bitte melden Sie uns Ihre Beobachtungen!

Kontakt: info@biostation-gt-bi.de


Kontakt
Anschrift
Biologische Station Gütersloh/Bielefeld
Niederheide 63,
33659 Bielefeld

Tel.: 05209 / 980101
Fax: 05209 / 980102

E-Mail
info(at)biostationgt-bi.de