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Naturschutzgebiet Beckendorfer Mühlenbachtal

Lage: nördlich von Bielefeld zwischen Babenhausen und Jöllenbeck

Größe: 133 ha

Unterschutzstellung: 1996

Das Beckendorfer Mühlenbachtal, bestehend aus einem Haupttal(=-siek) und 16 Nebentälern, gehört zum Landschaftsraum des Ravensberger Hügellandes. Der Name deutet bereits auf das typische flachhügelige Bodenrelief hin. Die das Gebiet entwässernde Bäche haben ein Netz von Bachtalungen zwischen sich herausbildende Lößlehm-Riedel (eiszeitliche Ablagerungen) gegraben. 
Aufgrund der recht guten Bodenfruchtbarkeit wurde dieses Gebiet schon relativ früh und sehr dicht vom Menschen besiedelt und in weiten Teilen landwirtschaftlich genutzt.
Ursprünglich waren vor allem im Oberlauf der Bäche schmale Kerbtäler ausgebildet, die mit Wäldern bestanden waren. Solche naturnahen Bereiche mit Erlen-Eschen Wäldern finden wir noch heute am Bachoberlauf. Breitere Bachtäler wurden jedoch schon früh vom Menschen zu Kastensieken verändert. Durch Abtragen der Böschungen, Begradigung und Verlegung des Baches schufen die "Wiskemaker" (Wiesenmacher) aus Holland die Voraussetzung für die Bewirtschaftung der Bachtäler als Dauergrünland.

Vor allem Mähwiesen wurden auch als Flößwiesen bewirtschaftet, wobei mit Stauwehren der Bach oberhalb von Wiesen aufgestaut und in Flößgräben umgeleitet wurde. Aus den Gräben sickerte das Bachwasser über die Wiesen in den eigentlichen Bachlauf zurück; nährstoffreiche Schwebstoffe lagerten sich dabei auf den Wiesen ab.

Die unterschiedlichen Formen der Grünlandbewirtschaftung sorgten für eine hohe Strukturvielfalt und die Entstehung von stark abgegrenzten Vegetationsmosaiken in den Sieken.

Trotz landwirtschaftlicher Intensivierungen in den letzten Jahren haben sich in den Sieken des Beckendofer Mühlenbachtales viele Elemente einer traditionellen bäuerlichen Kulturlandschaft erhalten. Die Bachtalungen durchziehen wie ein Netz von Lebensadern die umgebende Siedlungs- und Agrarlandschaft.

Die Biologische Station Gütersloh / Bielefeld führt seit 1996 regelmäßig Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna durch. Weitere Aufgaben bestehen in der Kontrolle der Bewirtschaftungsverträge nach dem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) sowie in der Beratung der Landwirte.

 

Im folgenden werden einige Tier- und Pflanzenarten als Stellvertreter von Lebensgemeinschaften, die an die Bedingungen dieser traditionellen bäuerlichen Kulturlandschaft angepaßt sind, vorgestellt. Das NSG "Beckendorfer Mühlenbachtal" und das angrenzende NSG "Mühlenmasch" beherbergen eine Reihe von in Bielefeld selten gewordenen Tierarten. So brütet beispielsweise noch der Kleinspecht im Kerngebiet.

Der Eisvogel, eine typische Fließgewässerart, ist regelmäßiger Nahrungsgast am Beckendorfer Mühlenbach sowie am sich anschließenden Johannisbach. In Kleingewässern eines angrenzenden Deponiegeländes ist eines der wenigen Bielefelder Vorkommen des Kamm-Molches.





 







In extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen ist der Sumpfgrashüpfer noch recht zahlreich zu finden, seit 2008 auch stellenweise die Sumpfschrecke. An binsenreichen Gräben und in Hochstaudenbereichen ist das Sirren der Kurzflügeligen Schwertschrecke zu hören.










Eine typische Art der feuchten Wiesen und Weiden ist das noch recht häufig auftretende Wasser-Greiskraut. An gut strukturierten Gräben ist stellenweise der Schild-Ehrenpreis vertreten.



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