Logo Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e.V.
 
 
 
 
 
Sie müssen JavaScript aktivieren, um diese Seite mit all ihren Features nutzen zu können.
Wiesenvogelkartierung 2014
10.01.2017

Erfassung des Steinkauzes im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld 

Foto: M. Aulbur 

I

Steckbrief "Steinkauz"

Mit nur 21 bis 23 cm Körpergröße gehört der Steinkauz zu den kleinen Vertretern unter den Eulen. Der häufige Waldkauz erreicht fast die doppelte Größe. Der Name Steinkauz geht auf seinen ursprünglichen Lebensraum in felsigen Steppenregionen und Halbwüsten im südöstlichen Europa zurück, wo die Art in Felsnischen und Ruinen brütet. In der aktuellen "Roten Liste der gefährdeten Vogelarten Nordrhein-Westfalens" wird der Steinkauz in der Kategorie "gefährdet" eingestuft.

Weitergehende Informationen zum Lebensraum desSteinkauzes, zu Gefährdungsursachen und Hilfsmaßnahmen finden Sie hier

Als Ergebnis der Kartierung 2014 konnten im Kreis Gütersloh 231 und in der Stadt Bielefeld 2 Reviere nachgewiesen werden. Der Rückgang des Bestandes im Kreis Gütersloh zwischen 2008 und 2011 von 225 auf 189 Reviere ist durch das aktuelle Ergebnis also wieder ausgeglichen worden. Die beiden schneereichen Winter vor dem Erfassungsjahr 2011 könnten die Ursache für die zwischenzeitliche Bestandsschwankung gewesen sein. In der Tat war besonders der Winter 2009/10 durch überdurchschnittlich viele Tage mit Schneebedeckung gekennzeichnet, gefolgt vom Winter 2010/11. Bezieht man die absoluten Schneehöhen mit ein so zeigt sich, dass nach einem Winter mit sehr vielen Schneetagen (2009/10) ein Winter folgte, der durch große Schneehöhen auffiel (Winter 2010/11). Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Tage mit Schneebedeckung einen Einfluss auf die Überlebensrate der Steinkäuze hat, da die Nahrungsverfügbarkeit bei Schneelagen eingeschränkt ist.

Zunahmen konnten im Kreis Gütersloh in 8 von insgesamt 13 Gemeinden festgestellt werden, wobei besonders Rheda-Wiedenbrück, die Stadt Gütersloh, Herzebrock-Clarholz und Harsewinkel hervorzuheben sind. Allerdings wurden hier mit Ausnahme von Harsewinkel jeweils die Bestandswerte früherer Jahre wieder erreicht! In Harsewinkel findet zurzeit eine Wieder-Besiedlung durch den Steinkauz statt. Dort waren zwischen 1996 und 2002 keine Vorkommen bekannt. Auch in Halle/Westfalen nimmt der Steinkauz wieder zu. Bemerkenswert ist die Wiederbesiedlung des „Ravensberger Hügellandes“ nordöstlich des Teutoburger Waldes, da nun ein Anschluss an die Vorkommen bei Melle-Neuenkirchen (Landkreis Osnabück) und in Enger (Kreis Herford) besteht. Es muss aber abgewartet werden, ob sich der Steinkauz „alte“ Lebensräume nördlich des Teutoburger Waldes dauerhaft wieder erobern kann. Er hat z.B. nachweislich früher im Raum Bielefeld-Babenhausen gebrütet (Laske et al. 1991, Die Vögel Bielefelds). Abnahmen gab es in Versmold (von 10 auf 7 Paare) und in Steinhagen, wo allerdings seit Jahren der  Bestand zwischen einem und zwei Revieren schwankt.

Die drei Gemeinden Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Langenberg im Süden des Kreises Gütersloh weisen die höchsten Steinkauzbestände auf. Zusammen brüten hier 67% des Gütersloher Bestandes und die Siedlungsdichten liegen mit 0,5 bis 0,8 deutlich über dem Kreisdurchschnitt von 0,24 Paaren/km². Von Norden und Nordosten nach Süden und Südwesten ist eine Zunahme der Siedlungsdichte zu beobachten. Außer den drei genannten Kommunen heben sich noch Herzebrock-Clarholz und die Stadt Gütersloh aus den ansonsten nur dünn besiedelten übrigen Gemeinden heraus.

 Der Steinkauz wird u.a. durch folgende Faktoren beeinträchtigt:

  • direkte Lebensraumverluste durch Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten
  • eine Verschlechterung der Qualität der Lebensräume als Folge einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung besonders des Grünlandes; zudem Aufgabe hofnaher Weideflächen, Umbruch von Brachen, Ausweitung der Maisanbauflächen (nachwachsende Rohstoffe)
  • Verlust von Brutmöglichkeiten besonders an Gebäuden (Aufgabe landwirtschaftlicher Höfe, energetische Sanierung)
  • Verluste in schneereichen Wintern
  • Verluste durch Straßen- und Schienenverkehr

 Über ein Forschungsprojekt der Universität Bielefeld sollen verschieden Fragestellungen zur regionalen Population des Steinkauzes untersucht werden. Aktuelle Informationen sind unter dem Punkt Der Steinkauz - weise, aber gefährdete Gottheit der Nacht zu finden.

Literatur:

Püchel-Wieling, F. und B. Walter (2003): Verbreitung und Bestand des Steinkauzes (Athene noctua) im Kreis Gütersloh und der Stadt Bielefeld. Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend 43(2003): 367-383.


 





Die nächsten 10 Tage - Veranstaltungen
Keine Einträge für diesen Zeitraum.
Kontakt
Anschrift
Biologische Station Gütersloh/Bielefeld
Niederheide 63,
33659 Bielefeld

Tel.: 05209 / 980101
Fax: 05209 / 980102

E-Mail
info(at)biostationgt-bi.de